Der Deutsche Bund

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Im Deutsche Bund von 1815 bis 1866 wurde die Entwicklung Deutschlands nicht mehr durch die Beseitigung von Kleinstaaten sondern auch einer neuen Form des politischen Lebens bestimmt.

In Preußen wurden nach dem Überfall von Napoleon umfassende Reformen vorgenommen, Stein und Hardenberg schufen eine städtische Selbstverwaltung, die Gewerbefreiheit wurde eingeführt, Bauern wurden von der Erbuntertänigkeit entbunden und es gab eine Ablösung ihrer dinglichen Lasten.
Scharnhors und Gneisnau reformierten das Heerwesen, die Wehrpflicht wurde eingeführt, entehrende Strafen wurden abgeschafft und es wurde auch verfügt, dass Bürgerliche auch Offiziere werden konnten.
Ebenso wurde das Bildungswesen grundlegend reformiert.

Eine Reichsreform gelang jedoch nicht, der auf dem Wiener Kongress von 1815 von 35 Fürsten und 4 Reichsstädten gegründete Deutsche Bund war nichts als ein nach außen und innen machtloser Staatenbund.

Wirtschaftlich gab es allerdings Fortschritte, der 1833 gegründete Zollverein sorgte für die weitgehende Beseitigung der inneren Grenzen und die Gründung der Eisenbahn.
Dadurch wurde die Industrialisierung vorangetrieben, auch wurde durch die Eisenbahn das Einheitsgefühl der Deutschen Bevölkerung gestärkt.

Durch die Industrialisierung kamen aber auch soziale Probleme.
Menschen, die auf dem Land wohnten waren arm und es zog sie in die Städte, weil es dort durch den Bau von Fabriken Arbeitsplätze vorhanden waren.
Dadurch allerdings wurde der Wohnraum in den Städten rar, es mussten sich zeitweise bis zu zehn Menschen ein Zimmer teilen oder sie lebten in Bretterbuden vor der Stadt.
Wegen der Masse an Menschen gab es auch eine immer schlechter werdende Lebensmittelversorgung für die Arbeiter und ihre Familien.
Oft musste die ganze Familie arbeiten gehen um genug Geld zum Leben zu haben.
Warum gab es überhaupt so viele Menschen in den Städten?-Nun zum einen herrschte großer Zuzug vom Land und zum anderen hatte sich die medizinische Versorgung im 19. Jahrhundert drastisch verbessert.

Da es nun so viele Arbeiter gab konnten die Unternehmer und Fabrikbesitzer mit den Arbeitern umgehen wie sie wollten, sie hatten die Produktionsmittel, das heißt Rohstoffe, Maschinen, Grund, Gebäude und die Arbeiter hatten "nur" ihre Arbeitskraft, das heißt wiederum ihre Lebenszeit, ihr Fachwissen, ihre Motivation, ihre Kraft, somit waren sie für die Unternehmer austauschbar.
Dazu kam noch, dass die Gewerkschaften keinen bis gar keinen Einfluss hatten, so arbeitete man bis zu 70 Stunden die Woche für einen Hungerlohn während die Besitzer viel Gewinn machten.

Genau diesen Missstand griffen Marx und Engels auf, sie führten diese soziale Frage auf den Besitz der Rohstoffe durch die Unternehmer zurück also letztlich auf das Privateigentum an Produktionsmitteln.
Die historische Ausbeutung der Arbeiterklasse, der Proletarier, durch die Ausbeuter, die Arbeitgeber, nannten sie historischen Materialismus, wessen Lösung nur eine proletarische Revolution sein Könne, nach dem es keinen Privatbesitz an Produktionsmitteln mehr gäbe, dies nannten sie Kommunismus.

Allerdings kam es nicht zu so einer Staatsform, vielmehr herrschte in den Deutschen Staaten Zensur und Monarchie.
1848 fand dann die Deutsche Revolution statt, an deren Ende waren allerdings nur eine Hand voll Versprechungen gegeben worden, die mehr schlecht als recht umgesetzt wurden.
1815 bis 1848 schwankte man zwischen Restauration und Revolution, 1848 kämpfte man dann für "Einigkeit und Recht und Freiheit", wie es Fallersleben in seinem "Lied der Deutschen" schreibt.

 

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